Stadt – zwischen

w_Stadt_1

 

Zwischenstadt oder wie Arkadien entstand.

Eine Auseinandersetzung mit der Idee der Zwischenstadt als Fiktion

des modernen Informationsnomaden.

  1. Ein Punkt der Argumentation ist, daß die Zwischenstadt nicht existiert- nicht real existieren kann. Dazu muß man sich die Frage stellen, wo und wie ist Zwischenstadt. Was ist zwischen Stadt – das Land. Trotzdem entwickelt sich ein Diskurs darüber, daß die Zwischenstadt existiert, also genau im euklidischen Raum definiert ist- als Bereich der Stadt, der dazwischen liegt – zwischen Stadt und was – zwischen einem realen Raum oder einem imaginären.
  1. Eintrag Zwischenstadt ist eine demokratische Antwort auf die existierende Stadt als Ausdruck einer mittelalterlichen bürgerlichen Gesellschaft, die im Platz ihre immaterielle räumliche Manifestation fand. Während das Sprawl nur eine Demokratisierung des Raumes darstellt, ist die Idee der Zwischenstadt in dem Wunsch der Gesellschaft manifestiert, gerade da wo Stadt und Land als Idee vollständig ausgelöscht sind, sozusagen im Nichts- eine Idee der Stadt zu realisieren, die der heutigen individualisierten Gesellschaft Rechnung trägt. Es ist die Eroberung des nicht wertvollen Raumes, des Unraumes, als einem Raum, der gerade wegen seiner Nichtexistenzberechtigung, seiner Platzhalterfunktion, dazu prädestiniert erscheint, durch nichts verunstaltet werden zu können. Es ist die Zurückeroberung des von der Technik besetzen Raumes, des Restraumes in der Stadt durch den Menschen.
  2. Eintrag Es ist der Wunsch nach der Stadt, also die Idee der Stadt an sich, der zur Propagierung einer Zwischenstadt führt. Sie ist die Verortung der heutigen Idee der Idealstadt in den verbleibenden Raum der Stadt. Die Zwischenstadt ist das Arkadien, in dem die uneingelösten Versprechungen der modernen Stadt erfüllt werden sollen. Nicht in der Idee einer beengenden Gemeinschaftsutopie, sondern in der individualisierten diskreten Welt der Kommunikation. Dabei wird die Verwendung des Zwischenraumes zur Selbstkasteiung des Architekten und des Nutzers, um sich neu zu erschaffen, die Flucht vor der gebauten Stadt- mit allen ihren sozialen, politischen und rechtlichen Raumbeschränkungen- in das Unbebaubare um sich dort neu, von jeglichen architektonischen Konventionen frei, zu erfinden. Es ist aber auch die Idee der Marginalisierung des Objektes durch das Wesen des dazwischen Seins, sowie die Sehnsucht, das Chaos durch eine Unordnung zu verdrängen. Es ist die Idee von dem Ort, an dem alles besser sein wird und war. Die Zwischenstadt ist der Raum, an dem alles möglich ist, weil er eben nicht ist
  3. Eintrag Die Zwischenstadt bedarf also der Hypothese, daß sie ist, um wahrgenommen zu werden und das Attribut bebaubar zu erhalten. Sie ist die Idylle des Möglichen im Unbebaubaren.
  4. Eintrag Ein Stadtteil ist Teil einer Stadt, das Wort Zwischenstadt suggeriert , daß dieses Konglomerat von Bauwerken irgendwo zwischen der Stadt ist. Ist dies eine räumliche oder eine zeitliche Verortung? Bezeichnet Zwischenstadt eine Ansammlung von Gebäuden die irgendwann Stadt werden oder irgendwann in einer Stadt sein werden?
  1. Eintrag Will die Zwischenstadt überhaupt Stadt sein – oder aus bewußtem Grund nicht. Nicht Stadt sein heißt, sich nicht den Konventionen der Stadt beugen zu müssen. Wie ein Erwachsener, der mit seiner Blechtrommel seines gleichen kommentiert. Ist Zwischenstadt somit die bessere Stadt oder nur eine andere Stadt oder ist sie überhaupt?
  1. Eintrag Kann die heutige Gesellschaft in ihrer globalisierten Form noch eine Stadt hervorbringen oder bringt sie nur noch das Abbild einer Stadt hervor – das Zeichen, nicht mehr das Bezeichnete. Ist es nur noch die Sehnsucht nach dem verlorenen, das letzte Aufbäumen der Stadt, was sich hier bemerkbar macht?

der versuch – wo bin ich

die geburt der architektur im kaisersaal
die geburt der architektur im kaisersaal

 

Was ist Realität ? Voraussetzung: es gibt eine Realität.

Die Versuchsperson sitzt in einem Raum. Es stehen Ihr alle sensorischen Möglichkeiten ihres Körpers zur Verfügung, um zu entscheiden, ob der Raum real ist. Ist der Raum für diese Person real, ist er subjektiv real. Wird er von vielen Personen als real angesehen, ist er für diesen Personenkreis objektiv real.

 

Gibt es einen Nachweis für eine objektive Realität – auf philosophischer Eben wohl kaum – es gibt kein Sinnesorgan für Realität. Somit wird Realität zu einem Konzept, welches Realität als Idee einer allgemeinen Handlungsgrundlage definiert.

 

Ist eine virtuelle Realität für uns sinnvoll oder real? Muß Realität real sein. Fängt Realität dort an, wo unsere Bedürfnisse beginnen – einen Traum kann man nicht essen. Wie materialisiere ich eine virtuelle Realität. Ist die einzige Differenz zwischen virtueller Realität und Realität die Möglichkeit der simultanen Materialisierbarkeit oder nur eine Konvention der Spiegelung des „Außen“ in das Innere des Körpers.

 

Ich gehe durch einen Garten und sehe eine roten Apfel. Es gibt eine Garten, aber keinen Apfel um diese Jahreszeit. Ich gehen in den Supermarkt und kaufe einen Apfel.